Das Museum der Stadtmauern in Sermoneta ist eigentlich ein Rundgang durch ein Freilicht-Museum, das Geschichte, Architektur und Landschaft zusammenfasst.

Es verläuft entlang der alten Schutzmauer, zwischen Bastionen, Türmen und Wehrgängen, die einst die Ortschaft schützten. Die Bastion Torrenuova (15.-16. Jahrhundert) ist das imposanteste Beispiel: eine vom Militäringenieur Jacopo Castriotto entworfene, „schwalbenschwanzförmige” Struktur, um den Ort uneinnehmbar zu machen. Unweit befindet sich der Parco della Mandolina – Parco d’Europa, der einen Rundgang durch die Natur bietet, zwischen jahrhundertealten Olivenbäumen und majestätischen Mauern. 

Die von Giacomo I. Caetani erbaute Bastion San Sebastiano vervollständigt das Verteidigungssystem mit seinem Eingangsportal und den Überresten der Zugbrücke. Der mit Informationstafeln und Sitzbänken ausgestattete Panoramaweg bietet einen atemberaubenden Blick auf die Pontinische Ebene, die Lepini-Berge, das Circeo-Vorgebirge und die Pontinischen Inseln: ein Freilichtmuseum, in dem Geschichte und Natur verbunden sind. Die ersten Beispiele der Befestigungsanlagen des Ortes stammen aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, aus der Zeit der Herrschaft der Signoria Annibaldi, und dienten dem Schutz der zahlreichen Wohnhäuser, die in der Nähe der Burg entstanden und zu einem wichtigen Teil des Lehens geworden waren. Die Familie Caetani, die Ende des 13. 

Jahrhunderts in den Ort kam, nahm keine Änderungen an der bestehenden Schutzmauer vor. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts wurden neue Verteidigungsanlagen errichtet, mit dem vorrangigen Ziel, den gesamten Ort, der einen allmählichen Bevölkerungszuwachs und eine daraus resultierende städtebauliche Entwicklung über die alten Schutzmauern hinaus erfahren hatte, mit Mauern zu umgeben. 

Weitere Befestigungsarbeiten wurden dann während der Herrschaft der Borgia zwischen 1499 und 1503 durchgeführt, als die neuen Feudalherren zeitgleich zur militärischen Umgestaltung der Burg auch die der gesamten Stadt vornahmen, da inzwischen die Feuerwaffen aufgekommen waren. 

Die letzten Befestigungsarbeiten gehen auf die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück.

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