An der Wand einer der Kapellen der Kirche ist dieses imposante Fresko des heiligen Sankt Jakobus der Ältere zu sehen, eines der elegantesten Werke des Bilderzyklus von San Michele Arcangelo, das eine sichere Hand verrät, die der Renaissancesprache vollständig vertraut ist.
Der Heilige ist in ganzer Figur dargestellt, in frontaler und feierlicher Haltung, mit dem Pilgerstab in der rechten Hand und dem ans Herz geklammerten Evangelium in der linken — Attribute, die ihn als Patron der Pilger und Schutzpatron der Wanderer unmittelbar erkennbar machen. Der goldene Heiligenschein und die Gewänder in den Tönen Rot und Ocker verleihen der Gestalt gleichermaßen Würde und Wärme.
Besonders bedeutsam ist die Anwesenheit einer kleinen knienden Gebetsfigur im unteren linken Bildbereich: Es handelt sich höchstwahrscheinlich um den Auftraggeber des Werks, der nach einer in der Andachtskunst der Renaissance weit verbreiteten Sitte zu Füßen des Heiligen dargestellt ist, als Akt der Demut und Dankbarkeit gegenüber seinem himmlischen Schutzpatron.
Im Hintergrund, zwischen den mit großer perspektivischer Meisterschaft gemalten Bögen, sind Landschaften mit Architekturen zu erahnen, die vielleicht an die Gegend des Latiums erinnern sollen. Der architektonische Rahmen — Rundbögen, Pilaster und klassizistische Dekorationen — umgibt die Gestalt mit Raffinesse und zeugt von der vollen kulturellen Reife des Künstlers, der bis heute unbekannt geblieben ist.